Energiewende
Energie einsparen und den Einsatz erneuerbarer Energien unterstützen – So machen Sie mit!

Wärmeversorgung in der Hansestadt Lüneburg
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Auf dem Weg Richtung Klimaneutralität ist die Wärmewende ein zentraler Baustein. Auf dieser Seite informieren wir Sie über die Wärmeplanung in Lüneburg.
Warum brauchen wir die Wärmewende?
Aktuell heizen wir in Lüneburg mehrheitlich mit fossilen Energieträgern, die das Klima belasten und immer teurer werden. Um unsere Energieversorgung zukunfts- und krisensicher zu machen, müssen wir auf erneuerbare Energien umsteigen. Das geht zum Beispiel mit einer Versorgung über ein Wärmenetz oder individuelle, dezentrale Heizungslösungen, die ohne fossile Brennstoffe betrieben werden (z.B. Wärmepumpen).

Kommunale Wärmeplanung als Strategie
Klimafreundlich, effizient und kostensparend – so soll die Wärmewende im besten Fall gestaltet sein, für die Kommune und für ihre Bürger:innen. Der Weg dorthin erfolgt im ersten Schritt über die strategische kommunale Wärmeplanung.
Die Hansestadt Lüneburg hat Anfang 2024 als eine der vorreitenden Kommunen in Niedersachsen damit begonnen, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Ziel ist es, eine Strategie zur Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung im Stadtgebiet aufzuzeigen. Dabei wird unter anderem analysiert, welche Gebiete sich für den Ausbau von klimaneutral betriebenen Wärmenetzen eignen und welche Gebiete für individuelle Heizungssysteme passend sind.

Wärmeplan
Am 19.06.2025 hat der Stadtrat den Wärmeplan der Hansestadt Lüneburg beschlossen. Der Wärmeplan ist das Ergebnis einer unverbindlichen Untersuchung, bei der der Status Quo der Wärmeversorgung analysiert worden ist, die Potenziale für erneuerbare Energiequellen in den Blick genommen und dann mögliche Zielszenarien für die Versorgung erstellt worden sind. Dementsprechend wird das Stadtgebiet in verschiedene Gebiete eingeteilt:
Wärmenetz-Bestandsgebiete
Hier gibt es Wärmenetze, die bereits über 1.000 Haushalte mit Wärme versorgen. Bestehende Wärmenetze in Lüneburg werden durch die Avacon Natur GmbH, die Lüneburger Wohnungsbau GmbH, das
Psychiatrische Klinikum Lüneburg und die Fernwärme Nord GmbH betrieben. Sofern Sie in einem Gebiet mit vorhandenem Wärmenetz der Avacon wohnen und sich für einen Anschluss interessieren, erhalten Sie hier weitere Informationen. Die Wärmenetze der anderen Betreiber:innen lassen derzeit keine zusätzlichen Anschlüsse zu.
Prüfgebiete
Im Wärmeplan werden sogenannte Prüfgebiete für den Ausbau oder Neubau von Wärmenetzen ausgewiesen. In diesen Gebieten sollen weitere Untersuchungen und Abstimmungen erfolgen, ob ein Wärmenetz die geeignete kosteneffiziente und klimaneutrale Versorgungslösung darstellt.
Dezentrale Versorgungsgebiete
In den Gebieten dezentraler Versorgungslösungen stellt ein Wärmenetz unter Berücksichtigung der langfristigen Kosten für Gebäudeeigentümer:innen nicht die geeignete Wärmeversorgung dar. Hier stehen Ihnen individuelle klimaneutrale Objektversorgungen zur Auswahl. Um Sie bestmöglich in Ihrer persönlichen Wärmewende zu unterstützen, stehen Ihnen unterschiedliche, individuelle Beratungsangebote zur Verfügung. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.
Das Gesamtdokument als PDF können Sie hier einsehen. Die Hansestadt Lüneburg hat für Bürger:innen als Ergänzung eine Kurzfassung des kommunalen Wärmeplans erstellt, in dem die relevantesten Ergebnisse zusammengefasst sind. Die Kurzfassung können Sie hier einsehen. Bitte beachten Sie, dass zum Zeitpunkt der Erstellung des Wärmeplans das Gebäudeenergiegesetz (GEG) galt. Das GEG wurde mittlerweile durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzt. Die im Wärmeplan beschriebenen gesetzlichen Pflichten entsprechen deswegen teilweise nicht mehr der aktuellen Gesetzeslage.
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)
Freie Heizungswahl
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde vom Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst. Dort ist geregelt, welche Heizungen verbaut werden dürfen. Erlaubt sind jegliche Arten von Heizungen, wobei ab 2029 für neue Öl- und Gasheizungen die sogenannte Biotreppe (§ 42 Absatz 1) gilt.

Biotreppe
Werden neue Gas- oder Ölheizungen eingebaut, müssen diese ab 2029 mit einem bestimmten Anteil an Biogas, Bioöl oder Wasserstoff betrieben werden (§ 43 Abs. 1). Dafür gelten die folgenden Schwellenwerte: Ab 2029 müssen 10%, ab 2030 15%, ab 2035 30% und ab 2040 60% des Brennstoffes biogen sein. Entsprechende Tarife können bei Gas- und Öllieferanten abgeschlossen werden. Allerdings sind Biogas, Bioöl oder Wasserstoff knapp und teuer. Angesichts der aktuellen Förderungen für Wärmepumpen und energetische Sanierungen lohnt sich der Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnik somit in den meisten Fällen.
Kostenaufteilung zwischen Mieter:innen und Vermieter:innen
Installieren Vermieter:innen neue öl- oder gasbetriebene Heizungen, müssen sie zukünftig größere Teile der Brennstoffkosten tragen. Ab dem 01.01.2028 werden die für die Belieferung mit Gas angefallenen Netzentgelte hälftig zwischen Vermieter:in und Mieter:in aufgeteilt. Ab dem 01.01.2028 muss auch der Preisbestandteil der Kohlendioxidkosten der Brennstoffe aufgeteilt werden. Ab dem 01.01.2029 werden Kosten für die Bioöl-/Biogas-/ Wasserstoffquoten der Biotreppe ebenfalls hälftig aufgeteilt, allerdings für maximal 30% des insgesamt verbrauchten Brennstoffes. Mieter:innen, die selbst für Wärme oder Warmwasser sorgen, rechnen die ihnen zustehenden Kosten selbst aus und fordern sie bei den Vermieter:innen an.

Beratung zur persönlichen Energie- und Wärmewende
Die Hansestadt und der Landkreis Lüneburg bieten zahlreiche Unterstützungsangebote an. Eine Übersicht finden Sie hier.
Bürger:innen können sich auch über das Klimaportal des Landkreises Lüneburg zu den Themen Wärme, Photovoltaik und Dachbegrünung informieren. Dort werden die Potenziale für die Nutzung von Solarenergie, oberflächennaher Geothermie sowie Dachbegrünungen auf privaten Dachflächen und Grundstücken aufgezeigt.
Einen Überblick, wie viel Strom im Stadtgebiet aus regenerativen Energien erzeugt wird und welcher Anteil des Energiebedarfs dadurch schon gedeckt wird, gibt der EnergieMonitor. Nahezu in Echtzeit wird die örtliche Energiesituation für Privathaushalte, öffentliche Gebäude sowie Gewerbe und Industrie dargestellt und im 15-Minuten-Takt aktualisiert.
Weitere Fragen zur kommunalen Wärmeplanung und den Auswirkungen auf Gebäudeeigentümer:innen werden in unserem FAQ beantwortet. Bei weiteren Fragen zur kommunalen Wärmeplanung können Sie sich an klima@stadt.lueneburg.de oder Tel. 04131 – 309 4747 wenden.
Informationen zur Wärmepumpe
Sie wollen als Hauseigentümer:in eine Wärmepumpe nachrüsten? Mit dem kostenlosen WärmepumpenCheck des Landkreis Lüneburg finden Sie heraus, ob Ihr Gebäude geeignet ist, wie groß der Aufwand für die Installation einer Wärmepumpe wäre, welche Voraussetzungen bereits erfüllt/noch nicht erfüllt sind und wie die nächsten Schritte aussehen.
Ihnen liegen bereits Angebote für eine Wärmepumpe vor? In dem Fall können Sie das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale nutzen, bei dem bis zu drei Wärmepumpenangebote analysiert und Sie dahingehend fachlich beraten werden. Das Angebot ist kostenfrei, die Beratung erfolgt telefonisch oder per Video.
Bei Vorhaben zur Installation von Wärmepumpen kommt häufig die Frage auf, inwiefern ein späterer Ausbau von Wärmenetzen in der eigenen Nachbarschaft noch zu einem verpflichtenden Anschluss an das Wärmenetz führen könnte. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen führt hierzu in einem Artikel aus, dass ein Anschluss- und Benutzungszwang bei bestehenden und bei neuen Wärmepumpen in der Praxis nahezu ausgeschlossen ist.

Vom Plan in die Umsetzung: Wie geht es weiter?
Um die Wärmewende vor Ort voranzubringen, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Projekt „Wärme-ZIEL“. Mit dem Projekt soll die Wärmewende beschleunigt und Erfahrungen gesammelt werden, von denen auch andere Kommunen profitieren können.
Die Hansestadt Lüneburg arbeitet dabei zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dem ECOLOG-Institut und den Samtgemeinden Gellersen und Dahlenburg an dringenden Fragen der Wärmewende. So wird zum Beispiel untersucht, wie Strom- und Wärmenetze zusammenwirken, etwa wenn künftig vermehrt (Groß-)Wärmepumpen eingesetzt werden. Auch die Zukunft des Gasnetzes wird betrachtet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Austausch mit Bürger:innen und Praxispartnern. In Workshops werden aktuelle Hindernisse bei der Umsetzung der Wärmewende diskutiert und konkrete Lösungsideen entwickelt. Diese sollen dazu beitragen, die Zukunft der Wärmeversorgung planbarer und verlässlicher zu machen. Zu den weiteren Partnern des Vorhabens gehören der Landkreis Lüneburg, die Avacon Netz GmbH, die Gemeinde Adendorf, die Stadt Bleckede sowie die Samtgemeinde Scharnebeck. Ansprechpartnerin für die Hansestadt Lüneburg und die Samtgemeinde Gellersen ist Anna Theis (anna.theis@stadt.lueneburg.de).

Das Klimaportal des Landkreises Lüneburg
Interessierte Bürger:innen können sich auch über das Klimaportal des Landkreises Lüneburg zu den Themen Wärme, Solar und Dachbegrünung informieren. Dabei werden die Potenziale für die Nutzung von Solarenergie, oberflächennaher Geothermie sowie Dachbegrünungen auf privaten Dachflächen und Grundstücken aufgezeigt. Ergänzend können Sie hier nach Beschluss des Wärmeplans die Wärmenetz-Bestandsgebiete, die Prüfgebiete sowie die Gebiete zur dezentralen Versorgung einsehen.
Mit einem Klick auf die Karte unten gelangen Sie auf das Klimaportal.

Energiemonitor
Einen Überblick, wie viel Strom im Stadtgebiet aus regenerativen Energien erzeugt wird und welcher Anteil des Energiebedarfs dadurch schon gedeckt wird, gibt der EnergieMonitor. Nahezu in Echtzeit wird die örtliche Energiesituation für Privathaushalte, öffentliche Gebäude sowie Gewerbe und Industrie dargestellt und im 15-Minuten-Takt aktualisiert.