Energiewende

Energie einsparen und den Einsatz erneuerbarer Energien unterstützen – So machen Sie mit!

Wärmeversorgung in der Hansestadt Lüneburg

Geplantes Gebäudemodernisierungsgesetz:
Was ändert sich bei der Wärmeversorgung?

Die Bundesregierung hat kürzlich Eckpunkte für die geplante Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vorgestellt. Künftig soll es Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) heißen. Kernpunkt der geplanten Änderungen ist, dass neue Öl- und Gasheizungen weiterhin erlaubt sein sollen. Die bisherige 65-Prozent-Regel – also die Pflicht, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen – soll abgeschafft werden. Stattdessen sollen Öl- und Gasheizungen schrittweise mit „Grüngas“ oder „Grünheizöl“ betrieben werden. Damit könnten jedoch hohe Kosten einhergehen: Grüne Gase wie Biomethan oder grüner Wasserstoff sind knapp und teuer. Angesichts der aktuellen Förderungen für Wärmepumpen und energetische Sanierungen lohnt sich der Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnik somit in den meisten Fällen. Eine erste Einschätzung der KEAN zu dem aktuell vorgelegten GMG-Eckpunktepapier schafft etwas Klarheit.

Falls Sie vor der Entscheidung für eine neue Heizung stehen, raten wir Ihnen weiterhin zu einer unabhängigen Energieberatung. So finden Sie die beste Lösung für Ihr Zuhause – und sparen langfristig Geld. Eine Übersicht der Beratungsangebote finden Sie hier.

Übrigens: Der kommunale Wärmeplan der Hansestadt Lüneburg bleibt von den geplanten Änderungen unberührt und gibt weiterhin Orientierung, welche Wärmeversorgung in Ihrem Wohngebiet besonders sinnvoll ist.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch: Das Klimaschutz-Team der Hansestadt Lüneburg bietet am 13.04.2026 von 17:00 – 18:30 Uhr eine Sprechstunde zum GEG Eckpunktepapier im Dialograum (Grapengießerstraße 47) an. Es ist keine Anmeldung notwendig.

(KI-generiert)

Was ist die kommunale Wärmeplanung?

Klimafreundlich, effizient und kostensparend – so soll die Wärmewende im besten Fall gestaltet sein, für die Kommune und für ihre Bürger:innen. Der Weg dorthin erfolgt im ersten Schritt über die strategische kommunale Wärmeplanung. 

Die Hansestadt Lüneburg hat Anfang 2024 als eine der vorreitenden Kommunen in Niedersachsen damit begonnen, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, eine Strategie zur Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung im Stadtgebiet aufzuzeigen. Dabei wird unter anderem analysiert, welche Gebiete sich für den Ausbau von klimaneutral betriebenen Wärmenetzen eignen und welche Gebiete für individuelle Heizungssysteme passend sind. Die kommunale Wärmeplanung wurde in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Gutachterbüro Our Common Future Consulting aus Hamburg erstellt.

Häufige Fragen zur kommunalen Wärmeplanung und den Auswirkungen auf Gebäudeeigentümer:innen werden in unserem FAQ beantwortet.

Ergebnisse der Wärmeplanung

Der Wärmeplan der Hansestadt Lüneburg wurde am 19.06.25 durch den Stadtrat beschlossen. Das Gesamtdokument als PDF können Sie hier einsehen. Die Hansestadt Lüneburg hat für Bürger:innen als Ergänzung eine Kurzfassung des kommunalen Wärmeplans erstellt, in dem die relevantesten Ergebnisse zusammengefasst werden. Die Kurzfassung können Sie hier einsehen.

Am 14.05.25 wurde die Ergebnisse der Wärmeplanung in einer Öffentlichkeitsveranstaltung dargestellt. Die Präsentation der Veranstaltung ist hier abrufbar. Bei Fragen zur kommunalen Wärmeplanung können Sie sich an klima@stadt.lueneburg.de oder Tel. 04131 – 309 4747 wenden.

Wärmenetz-Bestandsgebiete

Bestehende Wärmenetze in Lüneburg werden durch die Avacon Natur GmbH, die Lüneburger Wohnungsbau GmbH, das Psychiatrische Klinikum Lüneburg und die Fernwärme Nord GmbH betrieben.

Sofern Sie in einem Gebiet mit vorhandenem Wärmenetz der Avacon wohnen und sich für einen Anschluss interessieren, erhalten Sie hier weitere Informationen.

Die Wärmenetze der anderen Betreiber:innen lassen derzeit keine zusätzlichen Anschlüsse zu.

Prüfgebiete

Im Wärmeplan werden sogenannte Prüfgebiete für den Ausbau oder Neubau von Wärmenetzen ausgewiesen. In diesen Gebieten sollen weitere Untersuchungen und Abstimmungen erfolgen, ob ein Wärmenetz die geeignete kosteneffiziente und klimaneutrale Versorgungslösung darstellt.

Dezentrale Versorgungsgebiete

In den Gebieten dezentraler Versorgungslösungen stellt ein Wärmenetz unter Berücksichtigung der langfristigen Kosten für Gebäudeeigentümer:innen nicht die geeignete Wärmeversorgung dar.

Hier stehen Ihnen individuelle klimaneutrale Objektversorgungen zur Auswahl. Um Sie bestmöglich in Ihrer persönlichen Wärmewende zu unterstützen, stehen Ihnen unterschiedliche, individuelle Beratungsangebote zur Verfügung. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

Bei Vorhaben zur Installation von Wärmepumpen kommt häufig die Frage auf, inwiefern ein späterer Ausbau von Wärmenetzen in der eigenen Nachbarschaft noch zu einem verpflichtenden Anschluss an das Wärmenetz führen könnte. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen führt hierzu in einem Artikel aus, dass ein Anschluss- und Benutzungszwang bei bestehenden und bei neuen Wärmepumpen in der Praxis nahezu ausgeschlossen ist.

Ihnen liegen bereits Angebote für eine Wärmepumpe vor? In dem Fall können Sie das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale nutzen, bei dem bis zu drei Wärmepumpenangebote analysiert und Sie dahingehend fachlich beraten werden. Das Angebot ist kostenfrei, die Beratung erfolgt telefonisch oder per Video.

Das Klimaportal des Landkreises Lüneburg

Interessierte Bürger:innen können sich auch über das Klimaportal des Landkreises Lüneburg zu den Themen Wärme, Solar und Dachbegrünung informieren. Dabei werden die Potenziale für die Nutzung von Solarenergie, oberflächennaher Geothermie sowie Dachbegrünungen auf privaten Dachflächen und Grundstücken aufgezeigt. Ergänzend können Sie hier nach Beschluss des Wärmeplans die Wärmenetz-Bestandsgebiete, die Prüfgebiete sowie die Gebiete zur dezentralen Versorgung einsehen.

Mit einem Klick auf die Karte unten gelangen Sie auf das Klimaportal.

WärmeZIEL: Verbundprojekt zur Umsetzung der Wärmewende

Um die Wärmewende vor Ort voranzubringen, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Projekt „Wärme-ZIEL“. Mit dem Projekt soll die Wärmewende beschleunigt und Erfahrungen gesammelt werden, von denen auch andere Kommunen profitieren können.

Die Hansestadt Lüneburg arbeitet dabei zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dem ECOLOG-Institut und den Samtgemeinden Gellersen und Dahlenburg an dringenden Fragen der Wärmewende. So wird zum Beispiel untersucht, wie Strom- und Wärmenetze zusammenwirken, etwa wenn künftig vermehrt (Groß-)Wärmepumpen eingesetzt werden. Auch die Zukunft des Gasnetzes wird betrachtet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Austausch mit Bürger:innen und Praxispartnern. In Workshops werden aktuelle Hindernisse bei der Umsetzung der Wärmewende diskutiert und konkrete Lösungsideen entwickelt. Diese sollen dazu beitragen, die Zukunft der Wärmeversorgung planbarer und verlässlicher zu machen. Zu den weiteren Partnern des Vorhabens gehören der Landkreis Lüneburg, die Avacon Netz GmbH, die Gemeinde Adendorf, die Stadt Bleckede sowie die Samtgemeinde Scharnebeck. Ansprechpartnerin für die Hansestadt Lüneburg und die Samtgemeinde Gellersen ist Anna Theis (anna.theis@stadt.lueneburg.de).

Energiemonitor

Einen Überblick, wie viel Strom im Stadtgebiet aus regenerativen Energien erzeugt wird und welcher Anteil des Energiebedarfs dadurch schon gedeckt wird, gibt der EnergieMonitor. Nahezu in Echtzeit wird die örtliche Energiesituation für Privathaushalte, öffentliche Gebäude sowie Gewerbe und Industrie dargestellt und im 15-Minuten-Takt aktualisiert.